Wie trockene Raumluft ältere Menschen belastet

Einen Großteil des Tages verbringen wir in geschlossenen Räumen, im Alter oft noch mehr. Gerade ältere Menschen spüren trockene Raumluft deutlich, vor allem in den Wintermonaten. Sinkt die Luftfeuchtigkeit stark ab, trocknen Schleimhäute, Haut und Augen aus. Das ist unangenehm und kann die natürliche Abwehr schwächen.

Warum die Luft im Winter so trocken wird

Kalte Außenluft enthält nur wenig Wasser. Wird sie beim Lüften hereingeholt und im Zimmer erwärmt, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit stark. In vielen Wohnungen liegt sie in der Heizperiode deshalb unter 40 Prozent. Wie es um Ihre Luftfeuchtigkeit im Winter steht, zeigt ein Hygrometer zuverlässig.

Warum trockene Luft ältere Menschen stärker trifft

Mit den Jahren verändert sich der Körper. Die Haut wird dünner und trockener, und viele trinken weniger, weil das Durstgefühl nachlässt. Auch die Gesundheit im Alter insgesamt ist oft durch Vorerkrankungen belastet. Schleimhäute in Nase, Mund und Rachen trocknen dadurch schneller aus.

Feuchte Schleimhäute sind eine wichtige Barriere gegen Krankheitserreger. Nach dem Umweltbundesamt sind ausgekühlte und ausgetrocknete obere Atemwege empfänglicher für Infektionen. Zudem begünstigt trockene Luft kleine virushaltige Tröpfchen, die lange in der Raumluft schweben.

Welche Beschwerden auftreten können

Die Folgen zeigen sich vor allem an Nase, Mund, Hals, Haut und Augen:

  • brennende oder juckende Nase, Krusten und Nasenbluten
  • trockener Mund, Halskratzen und Heiserkeit
  • trockener Reizhusten
  • juckende, rissige Haut, bei Neurodermitis oder Schuppenflechte oft verstärkt
  • gerötete, brennende Augen und ein Fremdkörpergefühl

Halten die Beschwerden an oder kommen Fieber und Atemnot hinzu, gehört das in ärztliche Hände. Trockene Luft ist dann selten die einzige Ursache.

Feinstaub, die unterschätzte Gefahr

Neben der Feuchte zählt auch die Luftqualität. Feinstaub in Innenräumen ist unsichtbar und entsteht etwa beim Kochen, durch Kerzen oder Tabakrauch. Er kann die Atemwege reizen, was bei empfindlichen älteren Menschen besonders ins Gewicht fällt. Regelmäßiges Lüften senkt die Belastung.

So schützen sich ältere Menschen vor trockener Raumluft

  • Richtig lüften: Mehrmals täglich einige Minuten stoßlüften, statt das Fenster dauerhaft zu kippen. So kommt frische Luft herein, ohne dass die Räume auskühlen. Beim richtigen Lüften zählt ein kurzer, kräftiger Luftaustausch.
  • Nicht überheizen: Je wärmer der Raum, desto niedriger die relative Feuchte. Rund 20 Grad im Wohnraum sind meist angenehm, ältere Menschen dürfen es aber auch etwas wärmer mögen.
  • Messen: Ein Hygrometer zeigt, ob die Luft im Bereich von 40 bis 60 Prozent liegt.
  • Befeuchten: Ist die Luft dauerhaft zu trocken, kann ein Luftbefeuchter die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Das Gerät muss regelmäßig gereinigt werden, damit sich keine Keime vermehren.
  • Ausreichend trinken: Wer genug trinkt, unterstützt auch die Schleimhäute von innen.

Übertreiben sollten Sie es mit der Feuchte nicht. Liegt sie über längere Zeit über 60 Prozent, steigt das Risiko für Schimmel, was gerade für Menschen mit Atemwegserkrankungen ungünstig ist.

Maria Lengemann

Maria Lengemann

Maria Lengemann ist freie Texterin und Ghostwriterin mit über 17 Jahren Erfahrung im digitalen Marketing und Content-Bereich. Sie schreibt Ratgeber, Blogartikel und Webtexte für Unternehmen, die informieren statt blenden wollen. Als Mitgründerin der Diginauten GmbH begleitet sie außerdem kleine und mittelständische Betriebe bei Content-Strategie und Online-Sichtbarkeit.