Schimmel vermeiden durch eine korrekte Bauwerksdiagnostik

Was hat eine Untersuchung des Gebäudes mit Schimmel zu tun? Mehr, als viele denken. Schimmel vermeiden durch eine korrekte Bauwerksdiagnostik heißt, Feuchtequellen und Undichtigkeiten zu finden, bevor sie Schäden anrichten. Das gilt für Neubauten ebenso wie für die Sanierung eines älteren Hauses.

Feuchte, fleckige Wand mit Schimmelspuren als Hinweis auf einen Bauschaden

Was ist eine Bauwerksdiagnostik?

Bei der Bauwerksdiagnostik wird der Ist-Zustand eines Gebäudes festgestellt. Das kann einzelne Bauteile betreffen, etwa eine Außenwand oder ein Dach, oder ein ganzes Haus. Fachleute prüfen dabei unter anderem Feuchtigkeit, Wärmeschutz und Luftdichtheit.

Vor einer Sanierung ist diese Bestandsaufnahme besonders wichtig. Nur wer weiß, wo Schwachstellen liegen, kann sie gezielt beheben.

Wie eine korrekte Bauwerksdiagnostik hilft, Schimmel zu vermeiden

Schimmel wächst dort, wo Oberflächen dauerhaft feucht sind. Häufig liegt die Ursache in der Gebäudehülle. Wärmebrücken lassen Wände innen abkühlen, sodass sich Feuchtigkeit aus der Raumluft niederschlägt. Undichte Stellen lassen warme, feuchte Raumluft in die Konstruktion strömen.

Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. Strömt Raumluft mit 20 Grad durch eine Fuge nach außen, kühlt sie auf dem Weg ab. Dabei kann Wasser im Inneren der Wand oder des Dachs ausfallen. Die Folge ist im schlimmsten Fall eine durchnässte Dämmung, die kaum noch dämmt und verdeckten Schimmel begünstigt. Bei feuchtem Holz drohen zudem holzzerstörende Pilze wie der Hausschwamm.

Solche Schäden bleiben oft lange unsichtbar. Eine gezielte Untersuchung deckt sie auf, bevor sie teuer werden.

Die Blower-Door-Messung

Ein bewährtes Prüfverfahren für die Luftdichtheit ist die Blower-Door-Messung. Dabei wird ein Ventilator luftdicht in eine Außentür oder ein Fenster gesetzt. Er erzeugt im Haus einen Unter- oder Überdruck. Aus der Luftmenge, die der Ventilator dafür bewegen muss, ergibt sich, wie dicht die Gebäudehülle ist.

Während der Messung lassen sich Leckagen gezielt aufspüren, etwa mit einer Wärmebildkamera, einem Luftgeschwindigkeitsmesser oder Rauch. So wird sichtbar, wo an Fenstern, Anschlüssen oder Durchdringungen Luft durchströmt.

Eine dichte Hülle spart außerdem Energie, weil keine warme Luft unkontrolliert durch Ritzen und Fugen verloren geht.

Dicht bauen und richtig lüften

Moderne Häuser und viele Fertighäuser werden heute weitgehend luftdicht gebaut. Das schützt die Konstruktion und senkt die Heizkosten. Gleichzeitig kann die Feuchtigkeit aus Kochen, Duschen und Atmen nicht mehr über Fugen entweichen.

Ein dichtes Haus braucht deshalb ein durchdachtes Lüftungskonzept. Welche Anforderungen dafür gelten, regelt die Norm DIN 1946-6. Wie stark die Bauweise die Luftfeuchtigkeit im Raum beeinflusst, zeigt sich vor allem nach einer Sanierung mit neuen Fenstern. Ohne regelmäßiges Lüften oder eine Lüftungsanlage steigt dann schnell die Feuchte in den Räumen.

Maria Lengemann

Maria Lengemann

Maria Lengemann ist freie Texterin und Ghostwriterin mit über 17 Jahren Erfahrung im digitalen Marketing und Content-Bereich. Sie schreibt Ratgeber, Blogartikel und Webtexte für Unternehmen, die informieren statt blenden wollen. Als Mitgründerin der Diginauten GmbH begleitet sie außerdem kleine und mittelständische Betriebe bei Content-Strategie und Online-Sichtbarkeit.