Wer sich mit dem Raumklima beschäftigt, stößt schnell auf Fachbegriffe. Was bedeutet relative Luftfeuchtigkeit, worin unterscheidet sie sich von der absoluten Feuchte, und wie wird sie berechnet? Was hat der Wert außerdem mit Schimmel oder trockener Luft in der eigenen Wohnung zu tun? Diese Fragen beantwortet der folgende Überblick.
Allgemeine Infos zur Luftfeuchtigkeit
Eine passende Feuchte trägt zu einem guten Raumklima bei. Ist die Luft zu trocken, können Luftbefeuchter helfen, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Ist sie zu hoch, droht Schimmel an kühlen Wänden. Dann gilt es, die Luftfeuchtigkeit zu verringern.
Bei Raumtemperaturen von etwa 19 bis 23 Grad sollten Sie Werte von 40 bis 60 Prozent anpeilen. Liegen sie dauerhaft darunter, wird die Luft als trocken empfunden. Liegen sie über längere Zeit darüber, steigt das Risiko, dass Sie später Schimmel entfernen müssen.
Relative Luftfeuchtigkeit messen
Um die Feuchte in Ihrer Wohnung zu messen, brauchen Sie ein Hygrometer. Die Geräte zeigen die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent an, die meisten messen zusätzlich die Temperatur. Einfache digitale Feuchtigkeitsmesser sind günstig im Handel erhältlich und messen dauerhaft im Raum.
Für einen Raum genügt ein einfaches digitales Thermo-Hygrometer, Funkgeräte mit mehreren Sendern zeigen die Werte mehrerer Räume auf einer Anzeige.
Absolute Luftfeuchtigkeit
Die absolute Luftfeuchtigkeit wird auch Wasserdampfdichte genannt. Sie gibt an, wie viel Gramm Wasserdampf in einem Kubikmeter Luft enthalten sind. Berechnen lässt sie sich mit dieser Formel:
absolute Luftfeuchtigkeit (in g/m³) = Masse des Wasserdampfs (in Gramm) / Volumen der Luft (in m³)
Wie viel Wasserdampf die Luft maximal aufnehmen kann, hängt von der Temperatur ab. Gesättigte Luft von 20 Grad enthält rund 17 Gramm Wasser pro Kubikmeter, bei 0 Grad sind es knapp 5 Gramm.
Wie sich die relative Luftfeuchtigkeit berechnet
Die relative Feuchte beschreibt nach dem Deutschen Wetterdienst das Verhältnis der vorhandenen zur maximal möglichen Feuchte. Physikalisch ist das der Quotient aus dem aktuellen Dampfdruck und dem Sättigungsdampfdruck des Wassers:
relative Luftfeuchtigkeit (in %) = (aktueller Dampfdruck / Sättigungsdampfdruck) × 100
Ein paar Beispiele machen das greifbar:
- 100 Prozent bedeuten, dass die Luft so viel Wasserdampf enthält, wie bei dieser Temperatur möglich ist. Sie ist gesättigt.
- 50 Prozent bedeuten, dass die Luft die Hälfte der möglichen Menge enthält. Bei 20 Grad sind das gut 8 Gramm pro Kubikmeter.
Warum die Temperatur so wichtig ist
Kühlt Luft ab, bleibt die Wassermenge gleich, die mögliche Höchstmenge sinkt aber. Der Prozentwert steigt dadurch. Erreicht er 100 Prozent, ist der Taupunkt erreicht, und das Wasser schlägt sich als Nebel oder Kondenswasser nieder. Raumluft mit 20 Grad und 50 Prozent erreicht diesen Punkt schon bei etwa 9 Grad.
Genau das passiert an kalten Außenwänden und Fensterscheiben. Deshalb kann eine Wand feucht werden, obwohl das Hygrometer in Raummitte einen guten Wert zeigt. Umgekehrt wird kalte Winterluft beim Erwärmen relativ trocken, auch wenn sie draußen fast gesättigt war.
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