Wetterfühligkeit ist doch kein Hirngespinst!

Lange galt sie als Einbildung älterer Menschen, heute nehmen Fachleute sie ernst. Wetterfühligkeit ist doch kein Hirngespinst, denn viele Menschen spüren Wetterwechsel tatsächlich am eigenen Körper. Kopfschmerzen, Müdigkeit oder schmerzende Gelenke tauchen dann auf, wenn ein Tief heranzieht oder die Temperatur rasch umschlägt.

Warum Wetterfühligkeit kein Hirngespinst ist

Der Deutsche Wetterdienst beschreibt die Wirkung des Wetters als Stress für den Organismus. Ungünstig sind demnach schnelle oder starke Wetterwechsel sowie Hitze und Kälte. Der Körper muss sich laufend an neue Bedingungen anpassen, und das gelingt nicht jedem gleich gut.

Fachleute vermuten, dass vor allem das vegetative Nervensystem eine Rolle spielt. Es steuert Kreislauf, Blutdruck und Körpertemperatur, ohne dass wir es bewusst beeinflussen können. Ändern sich Luftdruck und Temperatur schnell, gerät diese Regulation bei manchen Menschen ins Stocken. Diskutiert wird auch, ob Drucksensoren in den Blutgefäßen, die sogenannten Barorezeptoren, auf Schwankungen des Luftdrucks reagieren. Endgültig geklärt sind die Abläufe nicht.

Typisch sind diese Beschwerden:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsschwäche
  • Schwindel und Kreislaufbeschwerden
  • Schmerzen in Gelenken, Narben oder alten Verletzungen
  • Schlafstörungen und gereizte Stimmung

Betroffen sind nicht nur ältere Menschen. Auch Jüngere, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma oder Asthma reagieren häufig empfindlich. Für diese Gruppen veröffentlicht der Deutsche Wetterdienst eine eigene Biowetter-Vorhersage. Sie beschreibt allerdings einen Durchschnitt, die Reaktion jedes Einzelnen kann davon abweichen.

Was im Alltag gegen Wetterfühligkeit hilft

Abschalten lässt sich die Empfindlichkeit nicht von heute auf morgen. Sie können Ihren Körper aber darin trainieren, mit Wetterreizen besser umzugehen.

  • Täglich nach draußen: Bewegung an der frischen Luft, auch bei Wind und Regen, gewöhnt den Körper an wechselnde Bedingungen. Ein flotter Spaziergang reicht schon.
  • Kreislauf trainieren: Wechselduschen oder Saunagänge können die Anpassung der Blutgefäße fördern. Wer Herz-Kreislauf-Probleme hat, spricht das vorher ärztlich ab.
  • Regelmäßiger Rhythmus: Ausreichend Schlaf zu festen Zeiten und eine ausgewogene Ernährung entlasten den Körper.
  • Stress reduzieren: Pausen und Entspannung helfen, wenn ohnehin viel auf Ihnen lastet.

Auch drinnen wirkt das Klima auf das Befinden. Überheizte, trockene Räume im Winter oder schwülwarme Zimmer im Sommer belasten zusätzlich. Ein Hygrometer zeigt, ob die Raumluft im Bereich von 40 bis 60 Prozent liegt. Regelmäßiges Stoßlüften bringt frische Luft herein, ohne die Räume auszukühlen. Gerade in der Heizperiode sinkt die Luftfeuchtigkeit im Winter oft deutlich, was trockene Schleimhäute begünstigt.

Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten

Wetterfühligkeit ist keine Krankheit im engeren Sinn. Starke oder neue Beschwerden sollten Sie trotzdem ärztlich abklären lassen, besonders bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Rheuma. Hinter Kopfschmerzen, Schwindel oder Gelenkschmerzen können auch andere Ursachen stecken, die eine Behandlung brauchen. Ältere Menschen sollten zudem auf ihr Raumklima achten, denn trockene Raumluft belastet ältere Menschen oft stärker.

Maria Lengemann

Maria Lengemann

Maria Lengemann ist freie Texterin und Ghostwriterin mit über 17 Jahren Erfahrung im digitalen Marketing und Content-Bereich. Sie schreibt Ratgeber, Blogartikel und Webtexte für Unternehmen, die informieren statt blenden wollen. Als Mitgründerin der Diginauten GmbH begleitet sie außerdem kleine und mittelständische Betriebe bei Content-Strategie und Online-Sichtbarkeit.