Richtig heizen will gelernt sein. Wer bewusst heizt und lüftet, senkt seinen Energieverbrauch und sorgt zugleich für ein gesundes Raumklima mit passender Luftfeuchtigkeit in der Wohnung. Ob Sie gerade eher lüften oder heizen sollten, zeigt Ihnen ein zuverlässiges Hygrometer.
Wie Sie richtig heizen
Wer richtig heizen möchte, sollte diese Punkte beachten:
- Drehen Sie die Heizung in Räumen, die Sie gerade nicht nutzen, herunter. Ganz auskühlen sollten diese Räume aber nicht, und die Türen zu wärmeren Zimmern bleiben geschlossen. Laut Verbraucherzentrale können Temperaturunterschiede von mehr als fünf Grad zwischen den Räumen schnell zu Schimmel führen.
- Lassen Sie Ihre Heizung vor der kalten Jahreszeit überprüfen. Eine schlecht eingestellte oder undichte Anlage verbraucht unnötig viel Energie.
- Achten Sie auf „gluckernde“ Heizkörper. Wenn Sie dieses Geräusch wahrnehmen, ist Luft im Heizkörper und das Wasser kann nicht mehr richtig zirkulieren. Daher sollten Sie die Heizkörper regelmäßig entlüften und den Wasserdruck kontrollieren.
- Nachts brauchen Sie nicht dieselbe Raumtemperatur wie tagsüber. Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Temperatur nachts und bei mehrstündiger Abwesenheit auf etwa 18 Grad abzusenken. Viele Heizungsanlagen verfügen über eine automatische Nachtabsenkung. Fehlt sie bei Ihrer Anlage, helfen programmierbare Thermostate, die auf das Ventil des Heizkörpers geschraubt werden.
Clevere Alternative: Heizkörperthermostate
Programmierbare Heizkörperthermostate nehmen Ihnen das manuelle Hoch- und Herunterdrehen ab. Nach Angaben des Umweltbundesamts lassen sich damit etwa 10 Prozent Energie sparen. Viele Modelle erkennen zudem den schnellen Temperaturabfall beim Lüften und regeln die Heizung dann automatisch herunter. Bei Bedarf können Sie jederzeit eine höhere oder niedrigere Temperatur einstellen, die Thermostate sind vor allem eine automatische Unterstützung im Alltag.
Richtig heizen bedeutet auch, richtig zu lüften
Wenn Sie falsch lüften, können Sie das Gelernte schnell wieder zunichtemachen. Achten Sie deshalb beim Lüften auf diese Punkte:
- Lassen Sie Ihre Fenster in der Heizperiode nicht dauerhaft gekippt. Die Wände rund um das Fenster kühlen dabei aus und es geht viel Wärme verloren, während der Luftaustausch gering bleibt.
- Wirksamer ist es, mehrmals täglich die Fenster weit zu öffnen und etwa fünf Minuten kräftig durchzulüften. Drehen Sie die Heizkörper währenddessen herunter.
Wer gleichmäßig heizt, richtig lüftet und dennoch eine hohe Luftfeuchtigkeit trotz Lüften misst, sollte die Ursache bei Feuchtequellen in der Wohnung oder bei kalten Bauteilen suchen und nicht bei der Heiztechnik.
Was Sie noch beachten sollten
Wenn Sie richtig heizen möchten, sollten Sie außerdem folgende Punkte im Blick behalten:
- Die richtige Luftfeuchtigkeit: Behalten Sie die Werte mit einem Hygrometer im Blick. Zu feuchte Wohnungen schimmeln schnell, zu trockene Luft kann gesundheitsschädlich werden. Dass die Luftfeuchtigkeit im Winter beim Heizen sinkt, ist normal, weil kalte Außenluft nur wenig Feuchtigkeit enthält und ihre relative Luftfeuchtigkeit beim Erwärmen weiter abnimmt. Eine Luftfeuchtigkeit zwischen 35 und 65 % ist ideal.
- Die richtige Temperatur: Das Temperaturempfinden ist sehr individuell. Manche Menschen fühlen sich schon bei 18 Grad wohl, andere mögen auch im Winter sommerliche 25 Grad in der Wohnung. Bedenken Sie dabei, dass schon ein Grad weniger Raumtemperatur den Heizenergieverbrauch laut co2online um etwa sechs Prozent senkt. Zur Orientierung helfen diese Richtwerte:
- Im Wohnbereich empfiehlt das Umweltbundesamt möglichst nicht mehr als 20 Grad.
- In der Küche reichen 18 Grad, im Schlafzimmer 17 Grad.
- Im Badezimmer darf es zum Duschen und Baden wärmer sein als in den übrigen Räumen.
Wenn die Luftfeuchtigkeit den besten Wert über- oder unterschreitet, können Sie mit einem Luftentfeuchter oder einem Luftbefeuchter gegensteuern.
