Bräunliche oder gelbliche Verfärbungen an Wänden, in Kleidung oder in alten Büchern kennen viele. Meist entstehen Stockflecken durch zu hohe Luftfeuchtigkeit, die über längere Zeit nicht abtrocknen kann. Neben den hartnäckigen Flecken bleibt oft ein muffiger Geruch zurück. Hier erfahren Sie, wie die Flecken entstehen, wie Sie sie entfernen und wie Sie ihnen vorbeugen.

Wie Stockflecken durch zu hohe Luftfeuchtigkeit entstehen
Stockflecken zeigen sich als kleine bis großflächige gelbliche oder bräunliche Verfärbungen. Häufig betroffen sind Wände, Decken und Tapeten, aber auch Textilien und Papier. Typisch ist der modrige Geruch, der dem von Schimmel sehr ähnlich ist.
Ganz geklärt ist die Entstehung bis heute nicht. Entscheidend ist eine hohe Feuchtigkeit im Material oder in der Raumluft. Sehr wahrscheinlich sind Schimmelpilze und Bakterien an der Bildung beteiligt. Bei Papier spielen zudem Inhaltsstoffe wie Leim oder Verunreinigungen eine Rolle.
Begünstigt werden Stockflecken vor allem durch:
- eine relative Luftfeuchtigkeit, die dauerhaft über 60 Prozent liegt
- wenig Luftbewegung, etwa in Schränken, Kisten oder hinter Möbeln
- kühle Oberflächen, an denen sich Feuchtigkeit niederschlägt
- bereits vorhandenen Schimmel in der Umgebung
Stockflecken von Wänden und Tapeten entfernen
Auf Wänden und Tapeten verhalten sich Stockflecken ähnlich wie ein oberflächlicher Schimmelbefall. Gehen Sie deshalb genauso vorsichtig vor und tragen Sie Handschuhe, eine Schutzbrille und eine Atemschutzmaske mit P2-Filter.
| Untergrund | Vorgehen |
|---|---|
| Tapeten | Befallene Tapete anfeuchten, damit wenig Staub entsteht, und vorsichtig entfernen. Die Wand darunter anschließend behandeln. |
| Verputzte Flächen | Mit 70- bis 80-prozentigem Ethylalkohol abwischen und gut trocknen lassen. Dabei kein offenes Feuer und gut lüften. |
| Größere Flächen | Ab etwa einem halben Quadratmeter oder bei tiefem Befall einen Fachbetrieb beauftragen. |
Diese Vorgehensweise entspricht den Empfehlungen der Verbraucherzentrale für kleine Schimmelflächen. Chlorhaltige Spezialreiniger bleichen die Flecken zwar schnell, sie belasten aber die Raumluft und beseitigen nicht die Ursache. Wie gut Spiritus gegen Schimmel wirkt, hängt vom Untergrund ab.
Klären Sie in jedem Fall, woher die Feuchtigkeit stammt. Sonst kehren die Flecken zurück, und auf Dauer droht ein echter Schimmelbefall.
Stockflecken aus Kleidung und Textilien entfernen
In Kleidung lassen sich Stockflecken meist leichter entfernen als von der Wand. Ein normaler Waschgang reicht allerdings oft nicht aus.
- Sonne: Manchmal genügt es, die Stücke einige Tage in die Sonne zu hängen. Das UV-Licht bleicht die Flecken aus.
- Buttermilch: Das Kleidungsstück etwa einen Tag in Buttermilch einweichen, lauwarm auswaschen und danach normal waschen.
- Essigwasser: Bei robusten Stoffen kann verdünnter Essig helfen.
- Fleckensalz: Hartnäckige Reste lassen sich mit einem herkömmlichen Fleckensalz behandeln.
Bleichmittel sollten Sie nur im äußersten Fall und nur bei weißen, bleichbeständigen Textilien verwenden. Wertvolle Bücher oder Dokumente mit Stockflecken gehören in die Hände einer Restaurierungswerkstatt.
So beugen Sie Stockflecken durch zu hohe Luftfeuchtigkeit vor
Die beste Vorbeugung ist ein trockenes Raumklima. Messen Sie die Luftfeuchtigkeit regelmäßig, besonders in Keller, Schlafzimmer und Abstellräumen. Liegen die Werte dauerhaft über 60 Prozent, sollten Sie die Luftfeuchtigkeit senken. Lagern Sie Textilien und Bücher nicht in feuchten Kellern, lassen Sie Wäsche vollständig trocknen und stellen Sie Schränke mit etwas Abstand zur Außenwand auf. Bleibt nach der Reinigung ein muffiger Geruch, hilft es, den Schimmelgeruch zu entfernen und gründlich zu lüften.
