Luftfeuchtigkeit im Keller

Feuchtigkeit im Keller ist in vielen Häusern ein Dauerthema. Ist die Luftfeuchtigkeit im Keller zu hoch, riecht es modrig, Wände werden fleckig, und früher oder später wächst Schimmel. Wie gelangt die Feuchtigkeit in den Keller, wie werden Sie sie wieder los, und was hilft, wenn der Schaden schon da ist? Hier finden Sie die wichtigsten Ursachen und passende Lösungen.

Feuchte Kellerwand mit Schimmelspuren durch zu hohe Luftfeuchtigkeit im Keller

Welche Luftfeuchtigkeit im Keller normal ist

Keller sind kühler als Wohnräume, und kalte Luft erreicht schneller hohe Prozentwerte. Etwas höhere Werte sind deshalb normal. Dauerhaft sollte die relative Luftfeuchtigkeit aber nicht über 60 bis 65 Prozent liegen. Die Temperatur sollte, wenn der Keller genutzt wird, bei mindestens 16 bis 18 Grad liegen.

Ein Hygrometer zeigt, wie es um Ihren Keller steht. Wer die Werte über einige Tage beobachtet und die relative Luftfeuchtigkeit mit der Temperatur vergleicht, erkennt schnell, ob ein Problem besteht. Einfache digitale Hygrometer zeigen Temperatur und Feuchte gleichzeitig an.

Woher die Feuchtigkeit im Keller kommt

Bevor Sie handeln, sollten Sie die Ursache kennen. Die häufigsten sind:

  1. falsches Lüften und dadurch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit
  2. geplatzte Leitungen
  3. bauliche Mängel, etwa eine fehlende Abdichtung oder drückendes Wasser
  4. ausgekühlte Wände und Decken
  5. Wasserschäden, zum Beispiel durch eine undichte Waschmaschine

Je nach Ursache sind unterschiedliche Maßnahmen nötig.

Hohe Luftfeuchtigkeit im Keller durch falsches Lüften

Die häufigste Ursache für hohe Luftfeuchtigkeit im Keller ist das Lüften zur falschen Zeit. Im Sommer stehen Kellerfenster oft lange offen. Warme Außenluft enthält viel Wasserdampf. Strömt sie in den kühlen Keller, kühlt sie ab, und ihre relative Feuchte steigt. An den kalten Wänden schlägt sich das Wasser dann als Kondensat nieder.

Schon wenige Tage mit offenem Fenster bei schwülwarmem Wetter können so zu feuchten Wänden und Schimmel führen.

Die Lösung: Lüften Sie den Keller im Sommer nur nachts oder früh morgens, wenn die Außenluft kühler ist als die Kellerluft. Tagsüber bleiben die Fenster geschlossen.

Geplatzte Leitungen und Frostschaden

Wasserleitungen zu Außenwasserhähnen können im Winter einfrieren und platzen. Entleeren Sie diese Leitungen deshalb im Herbst, bevor der erste Frost kommt.

Die Lösung: Drehen Sie das Absperrventil der Außenleitung im Keller zu, stellen Sie einen Eimer unter das Entleerungsventil und öffnen Sie anschließend den Außenhahn. So läuft die Leitung leer. Ist eine Leitung bereits eingefroren, lassen Sie sie vorsichtig auftauen und prüfen Sie sie danach auf Risse.

Bauliche Mängel

Oft stammt die Feuchtigkeit aus der Bausubstanz. Bei unterschiedlich durchlässigen Bodenschichten kann sich Schichtenwasser stauen und von unten oder von der Seite gegen die Kellerwände drücken. Auch ein hoher Grundwasserstand, eine fehlende Drainage oder eine schadhafte Abdichtung lassen Wasser eindringen.

Die Lösung: Holen Sie sich bei baulichen Mängeln fachliche Unterstützung. Unabhängige Bausachverständige vermittelt zum Beispiel der Verband Privater Bauherren. Fachleute können beurteilen, ob und wie sich der Keller trockenlegen lässt.

Manchmal ist die Ursache einfacher. Eine verstopfte Dachrinne oder ein undichtes Fallrohr lassen Regenwasser an der Fassade herablaufen, das dann ins Mauerwerk zieht. Feuchte Stellen in den oberen Kellerecken sind dafür ein typisches Zeichen.

Die Lösung: Halten Sie Dachrinnen und Fallrohre frei. Bereits feuchte Wände trocknen Sie mit einem Luftentfeuchter oder Bautrockner, damit sich kein Schimmel bildet.

Ausgekühlte Wände und Decken

Unbeheizte Räume kühlen stark aus. Feuchtigkeit aus der Luft schlägt sich dann an den kalten Oberflächen nieder und kann innerhalb weniger Tage zu Schimmel führen. Hat sich die Feuchtigkeit erst einmal im Mauerwerk festgesetzt, ist sie nur schwer wieder loszuwerden.

Die Lösung: Wird der Keller genutzt, halten Sie die Temperatur bei mindestens 16 bis 18 Grad. Auch selten genutzte Räume sollten leicht beheizt werden. Das kostet Energie, ist aber meist günstiger als eine spätere Sanierung.

Wasserschäden

Ein Wasserschaden ist als Ursache am leichtesten zu erkennen. Steht der Keller nach Starkregen oder einem Rohrbruch unter Wasser, sind schnelle und sichere Schritte gefragt.

Die Lösung: Lassen Sie das Wasser abpumpen und trocknen Sie Wände und Boden gründlich mit einem Bautrockner. Solche Geräte können Sie im Baumarkt oder beim Werkzeugverleih auch mieten.

Luftfeuchtigkeit im Keller dauerhaft senken

Ist die Ursache behoben, hilft eine Kombination aus mehreren Maßnahmen. Lüften Sie zur richtigen Tageszeit, halten Sie Wände frei und stellen Sie Regale mit etwas Abstand zur Außenwand auf. Wäsche trocknet besser im Freien oder in einem gut gelüfteten Trockenraum. Bleibt die Feuchte trotzdem hoch, schafft ein elektrischer Luftentfeuchter Abhilfe. Damit können Sie die Luftfeuchtigkeit senken und gezielt kontrollieren.

Ist bereits Schimmel entstanden, sollten Sie ihn fachgerecht entfernen und vorbeugen. In Mietwohnungen gilt das auch für Kellerräume. Liegt ein Baumangel vor, kann eine Mietminderung bei Schimmel in Frage kommen.

Maria Lengemann

Maria Lengemann

Maria Lengemann ist freie Texterin und Ghostwriterin mit über 17 Jahren Erfahrung im digitalen Marketing und Content-Bereich. Sie schreibt Ratgeber, Blogartikel und Webtexte für Unternehmen, die informieren statt blenden wollen. Als Mitgründerin der Diginauten GmbH begleitet sie außerdem kleine und mittelständische Betriebe bei Content-Strategie und Online-Sichtbarkeit.