Die Luftfeuchtigkeit in Räumen schwankt stärker, als viele denken. Im Bad steigt sie nach dem Duschen steil an, im Schlafzimmer über Nacht, im Keller oft über Wochen. Ist die Luft dauerhaft zu feucht, droht Schimmel, ist sie zu trocken, leiden Haut und Schleimhäute. Mit einem einfachen Messgerät behalten Sie die Werte im Blick und können gezielt gegensteuern.

Welche Luftfeuchtigkeit in Räumen gut ist
Für Wohnräume gilt nach dem Umweltbundesamt ein Bereich von 40 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. Kurzfristige Spitzen sind normal, etwa beim Kochen oder Duschen. Problematisch wird es erst, wenn die Werte über längere Zeit zu hoch oder zu niedrig bleiben.
Wie gut sich ein Wert anfühlt, hängt auch von der Temperatur ab. 60 Prozent wirken bei 20 Grad angenehm, an einem schwülen Sommertag dagegen drückend. Kalte Räume erreichen bei gleicher Wassermenge in der Luft schneller hohe Prozentwerte.
Unterschiede von Raum zu Raum
- Wohnzimmer: Die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung bleibt im Wohnzimmer meist stabil, solange regelmäßig gelüftet wird.
- Schlafzimmer: Über Nacht steigt die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer, weil die Schlafenden Feuchtigkeit abgeben. Lüften nach dem Aufstehen hilft.
- Kinderzimmer: Spielen, Atmen und nasse Kleidung erhöhen die Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer.
- Bad und Küche: Die Luftfeuchtigkeit im Badezimmer steigt nach dem Duschen stark an. Das ist normal, wenn danach gelüftet wird.
- Büro: Viele Menschen auf engem Raum und lange geschlossene Fenster verändern die Luftfeuchtigkeit im Büro über den Tag.
- Keller: Kühle Wände und warme Sommerluft treiben die Luftfeuchtigkeit im Keller schnell nach oben.
Luftfeuchtigkeit in Räumen messen
Schätzen funktioniert beim Raumklima schlecht. Ein digitales Thermo-Hygrometer zeigt Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit auf einen Blick und kostet nicht viel. Stellen Sie es in Zimmermitte auf, nicht direkt an die Außenwand und nicht neben die Heizung.
Aussagekräftig wird die Messung erst über mehrere Tage. Notieren Sie morgens und abends die Werte, dann erkennen Sie, ob es sich um eine kurze Spitze oder ein dauerhaftes Problem handelt. Wer die Luftfeuchtigkeit misst, sollte außerdem mehrere Räume vergleichen.
Was bei zu feuchter oder zu trockener Luft hilft
Bei zu hohen Werten ist regelmäßiges Stoßlüften das wichtigste Mittel. Öffnen Sie die Fenster mehrmals am Tag für einige Minuten weit, statt sie dauerhaft zu kippen. Trocknen Sie Wäsche möglichst nicht in der Wohnung. Reicht das nicht, können Sie die Luftfeuchtigkeit senken, etwa mit einem elektrischen Luftentfeuchter.
Ist die Luft im Winter zu trocken, hilft es, nicht zu stark zu heizen und kürzer, aber regelmäßig zu lüften. Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, eignen sich Zimmerpflanzen oder ein Luftbefeuchter. Geräte mit Wassertank müssen regelmäßig gereinigt werden, damit sich keine Keime vermehren.
