Immer wieder müssen Kitas vorübergehend schließen, weil ein Befall entdeckt wurde. Schimmel in Kindertagesstätten ist deshalb ein Thema, das Eltern und Fachkräfte gleichermaßen betrifft. Eltern können die Ursachen selten selbst beheben, sie können aber genau hinschauen und Probleme früh ansprechen.

Warum Kitas besonders anfällig sind
In einem Gruppenraum halten sich viele Menschen auf engem Raum auf. Atmung, Spiel und Bewegung geben laufend Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Im Herbst und Winter bleiben die Fenster häufiger geschlossen, gleichzeitig stehen nasse Schuhe unter den Heizkörpern. Auf den Heizungen trocknen Jacken, Mützen und Handschuhe.
Die verdunstende Feuchtigkeit muss irgendwohin. Ohne ausreichenden Luftaustausch schlägt sie sich an kühlen Außenwänden, in Raumecken und hinter Regalen nieder. Zusammen mit der Wärme im Raum entstehen dort ideale Bedingungen für Schimmelpilze.
Schimmel in Kindertagesstätten und die Gesundheit
Sporen und Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen können allergische Reaktionen auslösen und Atemwegsbeschwerden verstärken. Darauf weist das Umweltbundesamt hin. Besonders empfindlich reagieren Menschen mit Asthma oder einem geschwächten Immunsystem.
Kinder verbringen viele Stunden am Tag in der Einrichtung. Ein Befall sollte daher nicht hingenommen werden, auch wenn er klein wirkt. Zeigt ein Kind häufig Schnupfen, Husten oder gereizte Augen, gehört das in die kinderärztliche Praxis.
Was Eltern tun können
Bemerken Sie Flecken oder einen muffigen Geruch, sprechen Sie die Leitung der Einrichtung direkt an. Verantwortlich für Gebäude und Sanierung ist der Träger der Kita. Bleibt das Problem bestehen, kann das örtliche Gesundheitsamt beraten.
- Fotografieren Sie die betroffenen Stellen mit Datum.
- Fragen Sie nach, ob die Ursache geklärt wird und wer die Sanierung übernimmt.
- Bitten Sie um Information, sobald der Befall beseitigt ist.
Die Entfernung selbst ist Sache des Trägers und gehört bei größeren Flächen in die Hände einer Fachfirma. Schnelles Abwischen auf eigene Faust kann Sporen aufwirbeln und verdeckt nur die Ursache. Erst wenn klar ist, woher die Feuchtigkeit kommt, lässt sich ein erneuter Befall verhindern.
Schimmel in Kindertagesstätten vorbeugen
Die wichtigste Maßnahme ist regelmäßiges Stoßlüften. Mehrmals am Tag sollten die Fenster einige Minuten weit geöffnet werden, am besten während die Gruppe draußen spielt. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen die Wände aus und helfen kaum, denn beim richtigen Lüften zählt der kurze, kräftige Luftaustausch.
Nasse Kleidung trocknet besser in einem eigenen, gut gelüfteten Raum als im Gruppenraum. Ein einfaches Hygrometer zeigt, ob die Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer und im Gruppenraum im grünen Bereich liegt. Als Richtwert gelten 40 bis 60 Prozent. Steigen die Werte im Herbst und Winter dauerhaft darüber, sollte die Einrichtung häufiger lüften und die Ursache prüfen lassen.
